Erfahrungsbericht Canon PIXMA iP100w - mobiler Drucker

Mit dem Canon PIXMA iP100w wurde der eher Schwache Canon PIXMA IP90 abgelöst. Viele Details wurden verbessert, grundlegende Übel beibehalten. So ist es nicht zu verstehen, warum Canon auch im aktuellen Modell ein Tintensystem mit nur 2 Tintentanks verwendet. Ebenfalls aus der Jungsteinzeit scheint die Infrarot Schnittstelle zu stammen.

Komme ich zu den positiven Entwicklungen. Der Canon PIXMA iP100w  ist schneller und im Drucker besser als sein Vorgänger. Die Papierkassette fasst nun 50 statt nur 30 Blätter, der Energieverbrauch im Druckbetrieb wurde von 10 auf 9 Watt herunter gesetzt.

Erstaunlich: Der Canon PIXMA iP100w  ist etwas größer als sein Vorgänger, aber der Akku verspricht nur ca. 280 Seiten, statt 450 Seiten bei seinem Vorgänger. Positiv kann ich das nicht bewerten.

Zur Würdigung der einzelnen Daten: Die Druckauflösung von bis zu 9.600 x 2.400 dpi erfüllt heute Ansprüche. Auch wenn dieser dpi-Wahn, analog dem Pixel-Wahn bei Digitalkameras, oft Augenwischerei ist. Tinte und Papier muss abgestimmt werden. Ein Ausdruck mit 9.600 x 2.400 dpi auf Normalpapier sieht genau so schlecht aus, wie bei einem 15 Jahre alten HP Drucker mit 600 x 600 dpi.

Der Canon PIXMA iP100w  ist schnell. Bis 20 Seiten im s/w Modus und 14 Seiten im Farbmodus sind gut. Diese Leistung reicht nicht an den Branchenprimus HP mit dem Officejet H470wbt heran, welcher auf  22 Seiten bei im s/w Modus und 18 Seiten im Farbmodus kommt, aber er ist dennoch ein beeindruckender Sprinter. Wobei die Geräuschentwicklung moderat bleibt. Er ist leiser als sein Vorgänger.

Was die Konnektivität betrifft, darf ordentlich gemeckert werden. Ein Lesegerät für Speicherkarten fehlt. Außer USB wird die Infrarotschnittstelle bedient. Aber welches Handy oder Notebook hat noch Infrarot? Optional kann ein Bluetooth-Adapter gekauft werden. Doch in Zeiten von WLAN und demnächst „Wi-Fi direkt“ eine überholte Strategie. Der Anschluss über IrDA IR erfordert „Augenkontakt“ zum Daten sendenden Gerät. Dieser Umstand war für mich schon bei dem Canon i70 vor einigen Jahren ein Problem. Am Ende zog ich das USB Kabel vor.  
Der Bluetooth Adapter wiederum ist überwiegend nur in Verbindung mit einem Handy oder Organizer zu gebrauchen. Die aktuellen Notebooks haben selten Bluetooth integriert. Selbst unser neuer und nicht billiger HP Notebook bietet von Haus aus kein Bluetooth an. Die Möglichkeit, sein Notebook mit Bluetooth oder Infrarot per USB auszustatten besteht, aber mal ehrlich: Von einem 259 Euro teuren Mobildrucker (Stand 10/2009) erwartet man eine angepasste Lösung. Angepasst an die Bedürfnisse anvisierter Kunden. Außendienstler, Reisende, Behörden.  
Der PictBridge Anschluss für den Fotodirektdruck von kompatiblen Digitalkameras gehört mittlerweile bei Druckern zum guten Ton und wirft niemand mehr vom Hocker.

Zurück zur Tintenproblematik. Zwei Druckpatronen setzt der Canon PIXMA IP100w ein. Eine für Schwarz und eine für die drei  Grundfarben Cyan, Magenta und Yellow. Das ist weder zeitgemäß noch kostensparend. Wenn eine Farbe aufgebraucht ist, muss sogleich die ganze farbige Tintenpatrone gewechselt werden. Und viel Farbe passt bekanntlich in eine CLI-36 Color Tintenpatrone nicht hinein. Wer den Canon PIXMA IP100w privat nutzen möchte und auf den Geldbeutel schauen muss, ist nicht gut bedient.

Alles in allem: Der Canon PIXMA iP100w glänzt durchaus mit besseren Daten als sein Vorgänger. Aber als Maßstab sollte die aktuelle Entwicklung am Markt dienen. Und da muss ich klar sagen: Keine Chance. Ich bin enttäuscht von dem Canon PIXMA iP100w. Er spielt nur in der 2. Liga mit.