Von der Geschichte der Visitenkarte bis zu heutige Einsatzbereiche für Visitenkarten. Welche Druckverfahren im Visitenkartendruck zum Einsatz kommen und vieles mehr.
Geschichte der Visitenkarten.
Was ist überhaupt eine Visitenkarte? Definiert sich eine Visitenkarte durch den Zweck Ihrer heutigen Verwendung, dem Medium, mittels dem eine Information übertragen wird? Schon im alten Ägypten verschenkte man auf Papyrus gezeichnete kleine Sprüche. Ein Spruch kann durchaus als Referenz der eigenen geistigen Haltung, persönlicher Einstellungen stehen und so etwas wie eine heutige Visitenkarte darstellen.
Waren das die Vorgänger der heutigen Visitenkarten? Manche Gelehrte bejahen es, andere bezweifeln dies. Ebenso soll es bei den Römern oder den Chinesen im 15. Jahrhundert kleine Papierzettel mit Informationen, persönlichen Botschaften gegeben haben. Dokumentiert ist das alles aber nicht. Möglicherweise aus einem einfachen Grund – man maß derartig alltäglichen Dingen keinen besonderen Wert zu und schuf keine Abhandlungen darüber. Wer weiß z.B., dass im 5. Jahrhundert allein für den chinesischen Kaiserhof in Peking jährlich 720.000 Blatt Toilettenpapier hergestellt wurde, wo in Europa das Papier noch gar nicht erfunden war. Worüber wir heute staunen, hat im alten China kaum einen Historiker zum Schwingen seiner Feder motiviert. Toilettenpapier – so etwas profanes. Die kleinen Papyrus oder Papierzettel zur Überbringung von persönlichen Nachrichten mögen ebenso etwas Profanes gewesen sein, dass kein Historiker sich darüber ausgelassen hat. Oder die Frage, ab wann es Spickzettel hab. Sicher seid den ersten Schulen und Prüfungen. Dokumentiert wurde dies aber offenbar von keinem Historiker. Wir halten fest – Visitenkarten sind ein Medium zum austauschen kurzer persönlicher Daten. Ob nun in kleinen Steinen gemeißelt, auf Papyrus gekritzelt oder einem Blechschild graviert – es gibt keinen Erfinder oder einen Punkt, von dem man sagen kann: „Das war die erste Visitenkarte“.
Man kann aber davon ausgehen, dass der Gebrauch einer Visitenkarte ab dem 17. Jahrhundert in Frankreich zur Etikette gehörte. Visitenkarten mag es davor gegeben haben, aber erst in dieser Epoche avancierten sie in Europa offenbar zum Aushängeschild der „feinen Gesellschaft“. Er etwas von sich hielt, ließ kleine Kärtchen fertigen, auf denen sein Stand vermerkt war. Natürlich wurde das erst durch den „modernen“ Buchdruck möglich. Und wohl gerade deswegen wurde sie erst zu einer modeartigen Massenerscheinung bei „gebildeten“ Leuten von gewissem Stand.
Im 18. Jahrhundert schwappte diese Welle in das restliche Europa hinüber. Die Zeit der
Industrialisierung, mit all den Neureichen nicht blauen Blutes, war natürlich ein fruchtbares Umfeld profilneurotischer Bestrebungen, sich von dem Volk abzusetzen um auf gleicher Augenhöhe mit dem noch herrschenden Adel zu kommunizieren. War ein Industrieller doch
plötzlich oft Einflussreicher, als der verarmte Landadel. Und das wollte gezeigt werden. Immer und überlall.
Heutige Verwendungen für Visitenkarten.
Noch bevor es Facebook, XING und all die Vertreter sozialer Netzwerke gab, hatten besser gestellte Personen und solche die es gerne wären, ein Grundbedürfnis zur Generierung persönlicher Kontakte. Das Geschäft ist hart und man ist auf persönliche Kontakte angewiesen. Man möchte so vielen Leuten wie möglich einen bleibenden Eindruck aufstempeln. Jeder soll wissen was man darstellt, tut und eventuell auch kann. Das wurde irgendwann zur Unsitte. Zählte damals eine Visitenkarte als Referenz für persönliche Leistungen, lassen sich heute viele gar kostenlos Visitenkarten drucken und verteilen sie an
Jedermann. Für einige Berufsstände sind Visitenkarten wirklich ein propanes Mittel um im Gespräch zu bleiben. Anwälte, Autoverkäufer, Steuerberater.
Heute kann sich jeder Visitenkarten selber ausdrucken oder kostenlos bei einigen Anbietern bestellen. Die heutige Verwendung von Visitenkarten ist weniger geprägt durch eine Referenzierung persönlicher Eignungen, als viel mehr dem Darstellungsbedürfnis der Verteiler.
Welche Druckverfahren im Visitenkartendruck zum Einsatz kommen.
Anzusprechen ist der Offsetdruck und einige digitale Druckverfahren, wie der digitale Offsetdruck oder der Druck auf Tintenstrahldruckern im Büro.
Papiersorten für Visitenkarten.
Hochwertige Visitenkarten werden auf besonderem Feinstkarton, z.B. Diplomatenkarton oder Elfenbeinkarton gedruckt. Es gibt hunderte von Papiersorten für Visitenkarten.Unmöglich, in diesem Artikel auch nur einen Teil aufzuzählen. Preiswerte Visitenkarten werden von Online-Druckereien oft auf einfachem Papier, z.B. Bilderdruckpapier, gedruckt. Es ist preiswerter und im Digitaldruck einfacher zu bedrucken als z.B. Elfenbeinkarton. Günstige Online-Druckereien bieten 1-5 Papiersorten in verschiedenen Grammaturen (Papierstärke) an. Bilderdruckpapier ist ein gestrichenes Papier mit einer Grammatur von 70 – 170g/m². Die poröse Papieroberfläche wird mit einem Bindemittel überzogen. Bilderdruckpapier ist immer glatt, kann aber matt, glänzend oder seidenmatt hergestellt werden. Dieses Bilderdruckpapier wird industriell massenhaft hergestellt und ist das Standardpapier im Druck. Die Druckfarbe verläuft nicht auf der Oberfläche und dadurch wird mehr Schärfe in das Druckbild gebracht. Papier mit mehr als 170 g/m² wird Bilderdruckkarton genannt. Wer wirklich besondere Visitenkarten haben möchte, geht immer noch zur Druckerei „an der Ecke“.
Welches Format für Visitenkarten?
Wie auch bei Flyer - grundsätzlich gibt es keine Norm für die Größe einer Visitenkarte. Sie sollte aber erheblich kleiner als ein Poster sein, um es einmal Spitzfindig auszudrücken.
Auch wenn es keine Norm gibt, haben sich folgende Abmessungen etabliert.
DIN A8: 74× 52 mm
DIN C8: 81× 57 mm
Format Scheckkarte (EU): 85 × 55 mm
Format Scheckkarte (ISO 7810): 85,6 × 54 mm
Mit welcher Auflösung werden Visitenkarten gedruckt?
Wer sich an eine preiswerte Online-Druckerei wendet, muss den Flyer selbst gestalten und die Druckvorlage entwerfen. Es stellt sich die Frage, mit welcher Auflösung die Grafik angelegt werden soll. Für Bilder, die am Bildschirm gezeigt werden sollen, ist eine Auflösung von 96 DPI üblich. Das sind 96 Punkte pro Zoll. Ein Zoll sind 2.54 cm. Zum drucken ist das zu wenig. Die Schrift wäre verpixelt wie bei einem uralten Nadeldrucker mit 180 DPI. Wenn Sie 300 DPI wählen, machen sie nichts falsch. Legen Sie also im Grafikprogramm ein neues Bild an, geben die Abmessungen in Millimeter ein und anschließend die Auflösung. In der eingebetteten Grafik sieht man den Wert nach dem grün markiertem Feld. Es handelt sich um ein Bildausschnitt aus dem Grafikprogramm „PhotoImpakt X3“
Druckveredelung für Visitenkarten?
Neben der Vermittlung von personenbezogenen Daten, soll oft auch ein Image dauerhaft transportiert werden. Materialien, Druckverfahren und Druckveredelungen werden nicht selten kombiniert. Mit dem Prägedruck werden z.B. 3D-Strukturen erzeugt. Eine Reliefartige Oberfläche erzeugt. Eine partielle Lackierung oder Druckstufe führt z.B. dazu, dass Teile der Visitenkarte unbehandelt sind und nur bestimmte Teile, Texte, Bereiche hochglänzend erscheinen.