Geschichte der Flyer, Heutige Einsatzbereiche für Flyer, Welche Druckverfahren bei Flyerdruck zum Einsatz kommen, Papiersorten für Flyer, Welches Format für Flyer?, Mit welcher Auflösung werden Flyer gedruckt?, Druckveredelung für Flyer, Flyerdruck - Preise und Anbieter
Geschichte des Flyer
Wer erfand den Flyer oder wo kommt er her? „Flyer“ steht im englischen für „Handzettel“ oder „Flugblatt“. Flugzettel wiederum (oder auch Handblätter) sind uns schon seit ca. 1490 bekannt. Es waren Einblattdrucke, eine Handelsware und wurden damals noch „fliegendes Blatt“ genannt. Der „modernere“ Begriff „Flugblatt“ entstand erst im 18. Jahrhundert. Oft wurden auf Ihnen exotische Tiere, Landschaften oder kuriose Dinge gedruckt und für nicht wenig Geld verkauft.
Der stolze Besitzer, der sich ein Flugblatt leisten konnte, hängte es oft in seinem Zimmer auf, wie heutzutage ein Poster. Mit Propaganda und Agitation hatten Sie anfangs wenig zu tun.
Papier war keine Massenware und das Druckhandwerk neu und aufwendig. Anfangs wurde im sog. Holzschnittverfahren gedruckt. Ab dem 15. Jahrhundert nutzte man den Kupferstich zur Illustration und den Druck mit beweglichen Lettern zur kostengünstigeren Produktion von Flugblättern. Die neuen Möglichkeiten, ein Flugblatt preiswert zu drucken, eröffnete neue Verwendungsarten. Und so kam es, dass ab der Reformationszeit (mitte 15. Jahrhundert) die „einblättrige Super Ilu“ des Mittelalters anfing sich langsam zu einem politischen Blatt zu entwickeln, welches gekauft werden konnte.
Aber erst ab dem 17. Jahrhundert, gefördert durch viele Kriege, Revolutionen, ideologische und religiöse Bewegungen, entwickelte sich das „fliegende“ Blatt zu einem politischen Instrument.
Wo kommt nun aber das Wort „Flyer“ plötzlich her und was hat dieses alte Flugblatt damit zu tun? Nun, Flugblätter verloren irgendwann ihre politische Bedeutung. Sie wurden „entpolitifziert“. Der Marktschreier nutzte sie nun, Zeitungen legten sie als Werbebeilagen bei und in England der 80er Jahre nutzte plötzlich eine völlig neue Klientel das Medium zur Verbreitung von Information – eine Musikszene im Untergrund. Die damalige Raverszene war für den Konsum von allerlei Drogen bekannt. Wo immer ein Event, eine Party stattfand, wurde sie von der Polizei aufgelöst und verboten. Normal, Partys in dieser Größe müssen genehmigt werden und Sicherheitsrichtlinien befolgt werden. Schankgenehmigungen beantragt werden. So bürokratisch wollte das damals aber keiner angehen. Werbung im Radio oder der Tageszeitung fiel demnach aus. Mundpropaganda ist gut, aber gedruckte Werbung auf Flugblätter (Handzettel) effektiver und nachhaltiger. Sie konnten schnell an Bekannte verteilt werden, die sie ebenfalls weiter reichten. Natürlich sagte in so einer Szene keiner „He, ich habe ein neues Flugblatt bekommen für das Wochenende!“. Flugblatt, wie uncool. Man gab dem wiederentdeckten Kommunikationsmittel den Namen „Flyer“.
Die Partywelle schwappte nach Deutschland, ebenso die Idee mit den „unter der Hand“ verteilten Flugblättern. Der Name „Flyer“ wurde gleich übernommen und erhielt gern den Zusatz „Party-Flyer“. Heute druckt man Flyer nicht nur, um unerlaubte Veranstaltungen zu bewerben, sondern für Werbung allgemein. Knapp aber punktuell Aussagekräftig, lassen sich durch Flyer wichtige Botschaften gezielt transportieren. Aber erst das Verteilungssystem der Flyer bringt den Entscheidenten Vorteil – preiswert Kleinauflagen unter das Volk bringen. Allerdings ist das „wilde“ verteilen von Flyern verboten. Doch dazu in einem anderen Abschnitt mehr.
Heutige Verwendungen für Flyer
Die Werbung hat den Flyer neu entdeckt. Was für die Partyszene der Party Flyer ist, ist für Unternehmen der Werbeflyer. Unterschiede hierbei ist die Stilrichtung im Design. Werbung für einen Optiker sollte nicht wie die Ankündigung eines Gothic-Event gestaltet werden. Ob aber Partyflyer oder Werbeflyer, vieles haben sie gemeinsam. Ein Flyer spricht gezielt ein ganz bestimmtes Thema, fokussiert die Wahrnehmung des Betrachters auf einen Punkt. Werbung in einer Zeitung geht unter. Die Werbung auf einem Flyer springt direkt ins Auge und zwingt den Betrachter zur Entscheidung, ob er in den Müll oder zur Pinnwand wandert. Ein neuer und wichtiger Grund für das Aufleben des Flyers für die Werbeindustrie, sind gesunkene Produktionskosten. Noch vor Jahren wurden Flyer im klassischen Offsetdruck gedruckt. Erst bei sehr großer Stückzahl lohnte sich eine Flyer Kampagne. Mit dem Siegeszug des digitalen Offsetdruck purzelten die Preise und selbst Auflagen von 1.000 Stück wurden möglich. Auf anspruchsvolle Designs mit schillernden Farben musste nicht mehr verzichtet werden.
Nicht zu vergessen und ganz wichtig – mit der Zeit entstanden viele Unternehmen, die sich auf die Verteilung von Flyer spezialisiert haben. 5.000 anspruchsvolle Werbeflyer für 40,00 Euro sind schnell gedruckt. Nur wer verteilt sie? Läuft der Marketingverantwortliche eines kleinen Unternehmens durch die Straßen und befüllt Briefkästen? Oder verteilt die Post 1.000 Flyer? Nein. Bei diesen Stückzahlen kommt man mit der Post nicht ins Geschäft. Aber mit vielen der kleinen Agenturen, die regional oder bundesweit professionell Flyer in jeder Stückzahlen als Wurfsendung oder zielgerecht verteilen.
Welche Druckverfahren bei Flyerdruck zum Einsatz kommen
Beschränken wir uns auf aktuelle Drucktechniken. Als erstes ist der Offsetdruck zu nennen. Hier wird mit den Nachfahren von „Druckplatten“ gearbeitet, die man aus Filmen kennt, bei denen es um das drucken von Geld geht. Nur sind die heutigen Druckplatten in Wirklichkeit Metallfolien aus Zink oder Aluminium mit einer Stärke von 0,1 bis 0,5 mm, die auf einer Walze montiert werden. Geblieben ist – für jede Grundfarbe muss eine separate „Druckplatte“, oder Druckfolie, entworfen werden. Jede Grundfarbe, Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz, wird mit einem Raster übereinander nach und nach gedruckt. Die Herstellung der Druckplatten ist teuer, aber mit dieser Technik lassen sich sehr schnell hohe Auflagen produzieren. Bei kleineren Auflagen rentiert sich das Offsetdruckverfahren nicht.
Wie im vorangegangenem Absatz angesprochen - der digitale Offsetdruck ermöglichte auf Kleinstauflagen. Wieso? Bei dem digitalen Offsetdruck spart man sich den kostenintensiven Vorgang der Druckplattenherstellung. Ähnlich einem Farbkopierer oder Laserdrucker, werden die Druckplatten mit einem Laserstrahl belichtet, Toner bleibt haften, wird auf den Bedruckstoff übertragen und durch Hitze fixiert. Soll etwas anderes gedruckt werden, wird die Druckplatte, besser gesagt „Druckwalze“, nicht weggeworfen – sie wird „gelöscht“ und neu beschrieben.
Der digitale Offsetdruck gehört zu den digitalen Druckverfahren. Ebenfalls ein digitales Druckverfahren ist der Tintenstrahldruck. Überdimensionierte Tintenstrahldrucker mit Farbtanks so groß wie Eimer, können ebenfalls zum drucken von Flyer verwendet werden. Sie sind preiswerter als der klassische Offsetdruck.
Bei größeren Stückzahlen hat jedoch der klassische Offsetdruck die Nase vorn. Die hohen Kosten für die Druckplattenerstellung relativieren sich und am Ende zählen nur die Farbkosten. Und die sind bei digitalen Druckverfahren erheblich höher.
Papiersorten für Flyer
Üblich ist das sog. Bilderdruckpapier. Bilderdruckpapier ist ein gestrichenes Papier m it einer Grammatur von 70 – 170g/m². Die poröse Papieroberfläche wird mit einem Bindemittel überzogen. Bilderdruckpapier ist immer glatt, kann aber matt, glänzend oder seidenmatt hergestellt werden. Dieses Bilderdruckpapier wird industriell massenhaft hergestellt und ist das Standardpapier im Druck. Druckfarbe verläuft nicht auf der Oberfläche und dadurch wird mehr Schärfe in das Druckbild gebracht. Papier mit mehr als 170 g/m² wird Bilderdruckkarton genannt.
Flyer Formate
Grundsätzlich gibt es keine Norm für die Größe eines Flyers. Man würde aber nie einen A3 Bogen als Flyer bezeichnen, eher schon als kleines Plakat. Dennoch haben sich einige Größen eingebürgert. Zu nennen ist das DIN A6 Format. Das hat verschiedene Gründe. Zum ersten ist es ein handliches Format und zweitens gleicht es einer Postkarte. So etwas ist man gewöhnt, das kennt man. Darüber hinaus bedient das DIN A6 Format einen Kostenfaktor zum positiven. Auf einen DIN A0 Bogen passen 64 DIN A6 Flyer. Im Bestfall entsteht 0 Prozent Verschnitt, Abfall. Stellen wir uns einmal vor, ein Kunde möchte seine Flyer mit den Maßen 17x8cm haben – wie viele davon passen auf ein DIN A0 Blatt? Wie muss man sie anordnen und schneiden, um so wenig wie möglich Papierverlust zu haben? Ganz schön knifflig. Aus diesem Grund sind die Formate DIN A6 oder DIN A5 gefalzt die gängigsten Größen. Sie sind einfach kostengünstig und preiswert im Gegensatz zu „Sonderformaten“.
Mit welcher Auflösung werden Flyer gedruckt?
Wer sich an eine preiswerte Online-Druckerei wendet, muss den Flyer selbst gestalten und die Druckvorlage entwerfen. Es stellt sich die Frage, mit welcher Auflösung die Grafik angelegt werden soll. Für Bilder, die am Bildschirm gezeigt werden sollen, ist eine Auflösung von 96 DPI üblich. Das sind 96 Punkte pro Zoll. Ein Zoll sind 2.54 cm. Zum drucken ist das zu wenig. Die Schrift wäre verpixelt wie bei einem uralten Nadeldrucker mit 180 DPI. Wenn Sie 300 DPI wählen, machen sie nichts falsch. Legen sie also im Grafikprogramm ein neues Bild an, geben die Abmessungen in Millimeter ein und anschließend die Auflösung. In der eingebetteten Grafik sieht man den Wert nach dem grün markiertem Feld. Es handelt sich um ein Bildausschnitt aus dem Grafikprogramm „PhotoImpakt X3“
Druckveredelung für Flyer
Flyer ist gleich Flyer? Ein schlichtes Stück Papier? Nicht ganz. Flyer werden heutzutage in vielen Bereichen eingesetzt. Es gibt Flyer, die an Autoscheiben geheftet werden oder Wind und Wetter ausgesetzt sind. Diese sollten natürlich keine Feuchtigkeit aufsaugen und zu einem verschwimmen des Druckbildes führen. Flyer aus Tintenstrahl-Drucker sind hier fehl am Platz. Es sei, sie werden mit einer Lackschicht überzogen oder in Folie kaschiert. Will man kein Geld für eine derartige Druckveredelung ausgeben, sollte man auf eine andere Drucktechnik ausweichen. Es bietet sich der digitale Offsetdruck an.