Drucker sind so preiswert wie nie? Ein Tintenstrahldrucker günstiger als noch vor Jahren, ein Laserdrucker das Vielfache billiger als noch 2004? Stimmt. Was aber kaum einer weiß - Sie sind überteuert. Hersteller von Druckgeräten zahlen z.B. für jeden Tintenstrahldrucker, Laserdrucker oder Multifunktionsdrucker in Deutschland Abgaben an die Verwertungsgesellschaft VG Wort.
Die VG Wort, eine Verwertungsgesellschaft für Autoren, zieht Urheberrechts-Abgaben für IT-Geräte bei den Herstellern ein. Ursprünglich war eine prozentuale Abgabe vorgesehen. Damit ist es nun vorbei. Die Abgabe rechnet sich nach Klasse und Typ.
Multifunktionsgeräte: € 25,00 – € 87,50 (je nach Leistungsfähigkeit) Drucker: € 5,00 – € 12,50 (je nach Typ) Scanner: € 12,50 Faxgeräte: € 5,00 – € 10,00 (je nach Typ)
Mitglieder des BITKOM Verbandes bekommen einen Rabatt. Man setze diese Abgaben in Relationen zu den Preisen eines preiswerten Scanner oder Tintenstrahldrucker und begreift, warum die Preise für Drucker überteuert sind. Die Abgaben an die Verwertungsgesellschaft werden natürlich auf den Verkaufspreis aufgeschlagen. Einer der billigsten Tintenstrahldrucker ist derzeit der Lexmark Z2320 mit 17.95 Euro. Würde er nur 12,95 Euro kosten, wären gute Prozente weniger. Noch Schlimmer bei Multifunktionsdrucker. 25 Euro je Gerät sind gewaltig. Es gibt schon brauchbare, preiswerte Multifunktionsgeräte für unter 40 Euro. Z.B. der HP-Hewlett-Packard Photosmart C4340 mit 39, 98 Euro. Ohne Urheberrechtsabgabe würde er nur 15 Euro kosten.
Es kann etwas mit den Abgaben nicht stimmen? Nein. Diese sind direkt von der Verwertungsgesellschaft übernommen (http://www.vgwort.de/files/vg_pi_101208.pdf). So zahlt der Verbraucher auch für jeden billigen Scanner 12,50 Euro pro Gerät. Es geht noch weiter. auf jeden CD/DVD Brenner wird eine Abgabe erhoben, auf jede leere CD/DVD.
Wir haben das Gefühl, das Tintenstrahldrucker, Laserdrucker oder Multifunktionsdrucker preiswert sind. Aber wir wissen nicht, um wie viel sie dank der Urheberrechtsangaben überteuert sind. Auch wer niemals ein Geschütztes Werk, einen Zeitungsartikel oder Auszüge aus einem Buch privat ausdruckt, ist gezwungen den Umschlag der Urheberrechts-Abgaben auf den Preis in Kauf zu nehmen.
Was kann man aber dagegen tun? Man könnte im Ausland nach günstigen Angeboten suchen. Dank "globalisierte Preise" sehe ich da aber keinen Vorteil. In anderen Ländern wird zwar möglicherweise keine Uhrheberrechts-Abgabe auf den Verkaufspreis umgeschlagen, doch die Preise sind international auf demselben Niveau. Der Hersteller verdient im Ausland nur mehr Gewinn an jedem Produkt. Einzig Käufe in den USA scheinen sich noch zu lohnen, wenn man unter der Zollgrenze liegt.
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